
Implantat aus dem 3D-Drucker ermöglicht Hilfe bei Hornhautschäden
(CONNECT) Universität Zürich, Tierspital Zürich, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die niederländische Radboud Universität aus Nijmegen forschen laut einer Medienmitteilung an einem transparenten, bioverträglichen und selbstklebenden Implantat aus dem 3D-Drucker. Es soll Defekte an der Hornhaut des Auges beseitigen.
Von der Lösung profitieren laut Mitteilung weltweit Millionen Betroffene, deren eigene Hornhaut durch Infektionen, Verletzungen oder Fehlbildungen geschädigt ist. Damit ist für sie der Schutz des Auges nicht mehr gegeben. Folgen seien Sichteinschränkungen bis hin zu Blindheit. Nur 100’000 Betroffenen pro Jahr könne mit einer operativen Transplantation von Hornhautgewebe geholfen werden. Der Grund seien fehlende Spender für den hohen Bedarf an Gewebespenden.
Die Forschenden arbeiten darum an einem selbstklebenden Implantat, welches ohne Gewebespenden auskommt und vom Auge nicht abgestossen wird. Herzstück ist nach Worten von Empa-Forscher Markus Rottmar vom Biointerfaces-Labor in St.Gallen ein bioverträgliches Hydrogel aus Kollagen und Hyaluronsäure, das mit Zusatzstoffen versehen wird, um einen hohen Grad an biomechanischer Stabilität zu bieten. „Das 3D-Extrusions-Bioprinting erlaubt es, das Implantat massgeschneidert auf die individuelle Hornhautwölbung der Patientinnen und Patienten zu fertigen“, wird er zitiert.
Im nächsten Schritt des von einer Stiftung unterstützten Projekts arbeiten die Forschenden an einem Weg, um das Hydrogel mit menschlichen Stammzellen aus dem Auge zu versehen. Die künstliche Hornhaut soll sich per 3D-Druck herstellen lassen und die Geweberegeneration verbessern, heisst es.
Bei der Behandlung seien zudem keine chirurgischen Nähte nötig. Das verhindere „längere Operationszeiten und postoperative Komplikationen wie Infektion, Narbenbildung oder Entzündungen“. ce/heg