Forschende an der Universität Zürich haben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Analyse des Risikos für die häufigste Form des Herzinfarkts untersucht. Symbolbild: Jair Lázaro/Unsplash

UZH lotet Einsatz von KI bei Prävention von Herzinfarkt aus

(CONNECT) Eine internationale Gruppe von Forschenden unter Leitung der Universität Zürich hat den Einsatz von KI bei der Analyse des Risikos für die häufigste Form des Herzinfarkts untersucht. Die Forschenden haben dafür die klinischen Studiendaten von über 600’000 Patientinnen und Patienten in der VERDICT-Studie mithilfe von Künstlicher Intelligenz neu ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass KI das Risiko für das sogenannte akute Koronarsyndrom ohne ST-Hebung präziser als die bisherige Methode des GRACE-Scores einschätzen kann, schreibt die UZH in einer Mitteilung.

Die Forschenden trainierten ihr KI-Modell auf die Identifikation von Patientinnen und Patienten, bei denen eine frühe Herzkathederbehandlung angebracht sein könnte. „Indem wir die klinischen Studiendaten erneut analysiert haben, hat unser Modell GRACE 3.0 gelernt, wer tatsächlich von einer frühen invasiven Behandlung profitiert – und wer nicht“, wird Studienerstautor Florian A. Wenzl in der Mitteilung zitiert. „Das könnte helfen, in Zukunft die Versorgung dieser Patient:innen sowie die Herzkreislaufgesundheit nach dem Infarkt zu verbessern.“ Der Wissenschaftler am Zentrum für Molekulare Kardiologie der UZH forscht auch am National Health Service in England.

Die Forschenden werten ihre Ergebnisse als Indiz dafür, dass sich die derzeitigen Behandlungsstrategien teilweise an die falschen Patientinnen und Patienten richten. Sie halten eine umfassende Neustratifizierung der Versorgung für angebracht. Ihr GRACE 3.0-Score soll bei der individuelleren und wirksameren Versorgung helfen. ce/hs