
UZH verleiht Gretener-Thürlemann-Preis an Arlene Sharpe und Gordon Freeman
(CONNECT) Arlene Sharpe und Gordon Freeman sind die ersten Forschenden, die von der Universität Zürich (UZH) mit dem Gretener-Thürlemann-Preis ausgezeichnet wurden. Dieser grösste Preis der UZH ist mit 500’000 Franken dotiert. Er wird im Auftrag der Gretener-Thürlemann Stiftung an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt für herausragende Leistungen in Medizin, Chemie und Physik verliehen. Sharpe und Freeman nahmen ihn laut einem Bericht der UZH am 3. Dezember im Zürcher Hotel Baur au Lac entgegen.
Arlene Sharpe und Gordon Freeman, die beide zwischen 1979 und 1982 promovierten, lernten sich zu Beginn ihrer Studienzeit an der Universität Harvard im Deutschkurs kennen. Sie wurden privat ein Paar und gingen auch akademisch gemeinsame Wege. Ihr gemeinsames Interesse galt und gilt der Erforschung des menschlichen Immunsystems, wie auch ein ausführliches Porträt ihrer Heimatuniversität zeigt. Bis heute kooperieren die Bostoner Forschungsteams der beiden, um das Immunsystem weiter zu entschlüsseln.
Ab den 90er-Jahren entdeckten sie wichtige Signalwege, die die Immunantwort gegen Tumoren hemmen. Um das Jahr 2000 zeichnete sich ab, dass sich ihr neues Wissen auch therapeutisch nutzen lässt. Ihnen ist es zu verdanken, dass heute in der Onkologie sogenannte Checkpoint-Inhibitoren bei mehr als 25 Krebsarten eingesetzt werden.
„Wir wussten zu Beginn nicht, wohin uns unsere Forschung führen wird“, wird Sharpe zitiert. „Heute sehen wir, dass aus Grundlagenforschung Therapien entstehen, die wir uns nie erträumt hätten. Das motiviert junge Forschende sehr.“ Nun, so Freeman, gehe es darum, mit neuen Technologien die Signalwege des Immunsystems noch weiter zu entschlüsseln und weitere daran beteiligte Gene und Moleküle zu entdecken. ce/mm