
Forschende untersuchen personenbezogene Ursachen für Alzheimer
(CONNECT) Forschende des Instituts für Regenerative Medizin an der Universität Zürich (UZH) haben in einer Langzeitstudie die Risiken untersucht, an Alzheimer-Demenz zu erkranken. Sie stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung sowohl geschlechtsabhängig ist als auch mit personenbezogenen Faktoren korreliert, heisst es in einer Mitteilung der UZH.
In der Studie wurden über einen Zeitraum Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 50 und 89 Jahren beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass sich erkrankungsbedingte Faktoren bei Frauen und Männern unterschiedlich auswirkten. Nebst organischen Ursachen wie die Ablagerung schädlicher Proteine wie Beta-Amyloid in den Hirngefässen, wirken sich viele sozialökonomische und sonstige äussere Faktoren auf Beginn und Verlauf der Erkrankung aus. So können viel Bewegung, rege soziale Kontakte, eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung, geistig anregende Hobbys, die Bildung und ein hoher sozioökonomischer Status das Risiko einer Demenz senken. „Letztlich entscheidet stets eine Kombination von vielen individuellen Faktoren, ob man an Alzheimer erkrankt oder nicht“, wird Anton Gietl, Alterspsychiater an der UZH, in der Mitteilung zitiert.
Für eine Früherkennung der Krankheit kann das Bestimmen verantwortlicher Immunzellen erklären, inwieweit Amyloid-Ablagerungen im Hirn vorhanden sind. Des Weiteren wurden in der Studie zwei Blutmarker identifiziert, die ein höheres Risiko für kognitive Veränderungen anzeigen. Eine mit solchen Untersuchungen einhergehende Früherkennung könnte eine wirksame Prävention der Erkrankung ermöglichen, so Forschungsleiterin Valerie Treyer. „Wenn die Erkrankung hingegen schon da ist“, so Treyer „kann man sie mit den bisherigen Therapien meist nur verzögern, aber nicht mehr umkehren“. ce/ww