
UZH forscht an Risikofaktoren für Multiple Sklerose
(CONNECT) Ein internationales Forschungsteam aus Hefei in China, der Universität Tübingen und dem Imperial College in London hat unter Leitung des Instituts für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich (UZH) Zusammenhänge zwischen der Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) und genetischen Konstellationen untersucht. Dieses Zusammenspiel ermöglicht ein Erkranken an Multipler Sklerose, heisst es in einer Mitteilung.
Die Forschungen zeigen, dass eine EBV-Infektion – bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber – zu einer starken Immunreaktion führen kann. Infolge dieser Immunreaktion können auch körpereigene Strukturen der Gehirnzellen über das HLA-DR15-Molekül verändert werden. Auf diese Weise aktivierte Immunzellen produzieren ein Myelinprotein, das Zielstruktur von MS ist. In der Folge greifen mit Proteinbruchstücken infizierte Zellen die Myelinscheide der Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark an, es können neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sehstörungen oder Erschöpfung auftreten.
„Neben einer EBV-Infektion sind auch genetische Risikofaktoren beteiligt – insbesondere der sogenannte HLA-DR15 Haplotyp“, wird Forschungsleiter Roland Martin in der Mitteilung zitiert. „Unsere Ergebnisse zeigen, wie die wichtigsten Risikofaktoren aus Umwelt und Genen gemeinsam zur MS beitragen und eine Autoimmunreaktion gegen Myelinbestandteile im Gehirn auslösen können.“
Gegenwärtig wird an Impfmöglichkeiten gegen eine EBV-Infektion, die auch für weitere Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder systemischen Lupus verantwortlich ist, geforscht. Die aktuelle Studie ist bei Cell Press publiziert worden. ce/ww