
UZH-Team testet Alzheimer-Medikament gegen Sichelzellenanämie
(CONNECT) Forschende unter Leitung der UZH testen derzeit die Wirksamkeit und Sicherheit des Alzheimer-Medikaments Memantin ausserhalb seiner zugelassenen Indikation, nämlich zur Behandlung der Sichelzellanämie. In früheren präklinischen Studien konnte das Team laut einer Mitteilung der UZH bereits zeigen, dass Memantin, das bereits seit rund 20 Jahren gegen Alzheimer eingesetzt wird, eine stabilisierende Wirkung auf die roten Blutkörperchen hat. In der jetzt durchgeführten klinischen Phase-2-Studie sollte geklärt werden, wie sicher und verträglich es ist.
„Im besten Fall stünde mit Memantin ein nicht mehr patentgeschütztes, gut verträgliches, einfach zu lagerndes und sehr kostengünstiges Medikament zur Verfügung“, fast Studienleiter Max Gassmann die Hoffnungen des Teams zusammen. „Das wäre insbesondere für Länder mit einer hohen Krankheitslast und sehr begrenzten Ressourcen – etwa in Afrika oder auch in Indien – von grosser Bedeutung.“ Ausserdem könnte es Hydroxyurea bei jenen Sichelzellenanämie-Erkrankten ersetzen, die dieses gängige Medikament zur Behandlung dieser häufigsten genetischen Krankheit der Welt nicht gut vertragen.
In der Studie hat sich gezeigt, dass die Behandlung gut vertragen wird. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren bestätigten mehr als 25 Laborparameter die Sicherheit des Medikaments. Zudem ist der klinische Nutzen hoch: Anzahl und Dauer von Spitalaufenthalten gingen signifikant zurück. Vor allem bei Kindern traten weniger schmerzhafte Krankheitsschübe auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen oder therapiebedingte Studienabbrüche wurden nicht beobachtet. Nun plant das Forschungsteam eine Folgestudie, um Kombinationstherapien systematisch zu analysieren. ce/mm