(v.l.n.r) Teofila Seremet Caplanusi, Antoine Girardin, Eugenio Fernandez, Rémi Vernet, Jeremy Di Domizio, Nicolas Mach, Bojana Müller-Durovic, Miaomiao Sun, Maciej Bialasek, Lucas Spierer, Frederik Plourde und Tobias Weiss sind die Preisträgerinnen und Preisträger des Pfizer Forschungspreises 2026. Bild: Alex Colle/Stiftung Pfizer Forschungspreis

Tumorforscher Miaomiao Sun und Tobias Weiss erhalten Pfizer Forschungspreis

(CONNECT) Der Neurologe Tobias Weiss und die Biologin Miaomiao Sun von der Universität Zürich (UZH) sind mit einem Pfizer Forschungspreis 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis wurde für ihre Arbeiten an Medikamenten zur Behandlung von Glioblastomen, den aggressivsten Formen von Hirntumoren, vergeben, heisst es in einer Mitteilung.

Die beiden Forschenden haben gemeinsam mit Magdalena Krol und Maciej Bialasek, ihren Kooperationspartnern des Biotechs Cellis und der Universität Warschau, an der Wirkung von Makrophagen im Zusammenspiel mit Glioblastomzellen gearbeitet. Makrophagen gehören zu den Immunzellen, die mit Gliom-Tumorzellen interagieren und somit zum Wachstum der Glioblastome beitragen können. In Experimenten veränderten die Wissenschaftler die Makrophagen derart, dass sie Wirkstoffe zu den Tumorzellen transportieren und deren Wachstum eindämmen konnten. Tests an Mäusen zeigte, dass die Wirkstoffe an den Tumorzellen andockten und eine andauernde Antitumor-Immunantwort auslösten. Die Experimente wurden an humanen Glioblastommodellen überprüft. Bei den Tests mit den Mäusen zeigte sich eine höhere Lebensdauer erkrankter Tiere. Im Effekt könnte eine direkte Tumorzerstörung einhergehend mit der über Makrophagen erzeugten Immunreaktion zu einem neuen therapeutischen Verfahren zur Behandlung von Glioblastomen führen.

Die mit insgesamt 100‘000 Franken dotierten Pfizer Forschungspreise wurden in diesem Jahr an zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Basel, Freiburg, Genf, Lausanne und Zürich vergeben. Neben Tobias Weiss, Miaomiao Sun und Maciej Bialasek in der Grundlagenforschung für die Onkologie wurden Rémi Vernet, Eugenio Fernandez und Nicolas Mach von Universität Genf und Universitätsspital Genf im Bereich Klinische Forschung/Onkologie für ihre Arbeit zum Thema inaktivierte Tumorzellen und Kapseln – eine kombinierte Immuntherapie gegen Krebs geehrt. Weitere Gewinner sind Bojana Müller-Durovic (Grundlagenforschung für Infektionskrankheiten/Immunologie) von Universität/Universitätsspital Basel (das Epstein-Barr-Virus kapert den Stoffwechsel, um B-Zellen zu transformieren), Teofila Seremet Caplanusi, Jeremy Di Domizio und Antoine Girardin (Klinische Forschung für Infektionskrankheiten/Immunologie) von Universität/Universitätsspital Lausanne (eine molekulare Karte ermöglicht personalisierte Hauttherapien) sowie Lucas Spierer und Frederik Plourde (Digitale Gesundheit) von Universität Freiburg/BeweLab SA (eine digitale Gesundheitslösung zur Reduzierung ungesunder Heisshungerattacken). ce/ww