Forschende vom Center for Molecular Cardiology der Universität Zürich arbeiten an einem Modell, mit dem personalisierte Therapien für Krebspatienten mit einem Herzinfarkt erstellt werden können. Symbolbild: César Badilla Miranda/Unsplash

Künstliche Intelligenz soll Behandlung von Krebspatienten mit Herzinfarkt verbessern

(CONNECT) Krebspatientinnen und -patienten mit einem Herzinfarkt sind einem deutlich höheren Mortalitätsrisiko ausgesetzt. Um personenspezifische Therapien entwickeln zu können, haben Forschende vom Center for Molecular Cardiology der Universität Zürich gemeinsam mit internationalen Kollegen ein von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstütztes Instrument entwickelt, das symptombezogen eine genauere Prognose ermöglicht. Wie es in einer Mitteilung heisst, haben die Forschenden dazu eine Studie mit mehr als 1 Million Herzinfarktpatientinnen und -patienten aus England, Schweden und der Schweiz untersucht, darunter über 47’000 Personen mit einer Krebserkrankung. Die Studie zeigte, dass die Infarktpatienten eine auffallend schlechte Prognose hatten: Ein Drittel der Untersuchten starb innert sechs Monaten.

Das neu entwickelte Instrument Onco-Acs nutzt KI, um aus dem umfangreichen Datensatz krebsbezogene und kardiovaskuläre Faktoren zu kombinieren. Aus den Erkenntnissen wollen die Mediziner dann sowohl Sterblichkeit als auch Ereignisse wie schwere Blutungen oder ischämische Vorfälle prognostizieren. „Abhängig von den Eigenschaften des Tumors können Krebspatientinnen und -patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko, eine gesteigerte Neigung zu arteriellen Blutgerinnseln oder beides aufweisen – was eine jeweils unterschiedliche Behandlung erfordert“, wird Florian A. Wenzl vom Center for Molecular Cardiology und dem National Health Service England sowie Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Für eine gezielte Behandlung ist es daher wichtig, dass wir in der Klinik das individuelle Risikoprofil besser abschätzen können.“

Onco-Acs soll Behandelnden künftig Informationen zum Erarbeiten einer personenbezogenen Therapie mit Abwägung von Nutzen und Risiken bieten. Die aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift The Lancet publiziert. ce/ww