
UZH-Studie identifiziert Hirnaktivität beim Einschätzen Anderer
(CONNECT) Ein Team von Forschenden hat in einer Studie der UZH mithilfe eines Computermodells untersucht, wie strategisch Personen ihr Gegenüber einschätzen, wie sie eventuell ihr Verhalten anpassen und welche Hirnregionen dabei eine Rolle spielen. Dazu wurden über 550 Personen in verschiedenen Spielsituationen des Schnick-Schnack-Schnuck-Spiels nach dem Prinzip von Schere-Stein-Papier beobachtet.
Dabei zeigte sich laut einem Bericht der UZH, dass die meisten flexibel reagieren, wenn die andere Person ihr Verhalten ändert. Doch war die Spannweite zwischen den Teilnehmenden gross. Einige konnten oft erkennen, welche Strategie ihre Gegenüber anwenden, andere brauchten deutlich länger, um ihren Gegenpart richtig einzuschätzen.
Bestimmte Gehirnregionen waren immer dann verstärkt aktiv, wenn die Probandinnen und Probanden ihre Einschätzung der anderen Person überdachten. „In diesen Momenten verändert sich die Aktivität in den genannten Hirnarealen messbar“, so Gökhan Aydogan, Postdoktorand am Department of Economics. Aus diesen Aktivitätsmustern lässt sich vorhersagen, wie stark eine Person ihre Einschätzung anpasst. Die Forschenden sprechen deshalb von einem neuronalen Fingerabdruck des adaptiven Mentalisierens. In der Studie gelang diese Vorhersage bei fast 90 Prozent der Teilnehmenden.
„Unsere Ergebnisse könnten künftig helfen, soziale Denkfähigkeiten objektiver zu erfassen“, erklärt Christian Ruff, UZH-Professor für Neuroökonomie und Entscheidungsneurowissenschaften.“ Das sei insbesondere für Persönlichkeitsstörungen relevant, bei denen soziale Interaktionen erschwert sind, wie bei Autismus oder Borderline. „Langfristig könnten solche hirnbasierten Marker auch dabei helfen, Therapien gezielter zu beurteilen und weiterzuentwickeln.“ ce/mm